EMS-Training – Muskeln aus der Steckdose

Fit in 20 Minuten pro Woche! So oder so ähnlich lauten häufig die Versprechen vieler EMS-Trainingsstudios. Doch kann das wirklich funktionieren? Ohne Verausgabung mit nur 1-2 Trainings in der Woche den Rücken stärken, Fett verbrennen und Muskeln aufbauen?

Was ist EMS-Training?

EMS- Training findet schon seit Jahrzehnten Anwendung in der Physiotherapie. Bei Bänder und Gelenksverletzungen wird hier, mithilfe von elektrischen Impulsen, die umliegende Muskulatur angeregt und gestärkt ohne das verletzte Glied zu beanspruchen. In den letzten Jahren haben es die Erfolge aus der Therapie jedoch auch in den regulären Trainingssektor geschafft.

Strom an und ab auf die Couch – Wie funktioniert EMS? 

Beim EMS-Training werden elektrische Impulse gezielt an bestimmte Muskelgruppen gesendet, die diese zur Kontraktion (Anspannung) bringen. Die Abkürzung EMS steht daher auch für Elektromuskelstimulation . Beim EMS-Training wird, anders als in der Reha, nicht mit Reizstrom Pads am Muskel, sondern mit einer speziellen Trainingsgarnitur gearbeitet, welche mit einem Impulsgerät verbunden ist. Diese Garnitur wird vor dem Trainings etwas befeuchtet um die Leitfähigkeit zu steigern. Das Training selbst besteht hauptsächlich aus Grundübungen mit dem eigenen Körpergewicht wie z.B. Ausfallschritten oder Unterarmstütz oder Übungen mit minimalem Gewicht. Durch die Impulse fühlen sich die vermeintlich leichten Übungen jedoch wesentlich schwerer an, da die Muskeln in gewissen Abständen komplett angespannt sind.

EMS-Training - Muskeln aus der Steckdose

Beim EMS-Training sind die Muskelkontraktionen bis zu 30% höher als bei einem herkömmlichen Training

Der Grund hierfür ist, dass der Körper sich, egal wie groß die Last auch sein mag, eine Reserve behält.  Dies ist ein Schutzmechanismus der nur in Ausnahmefällen wie lebensbedrohlichen Situationen aufgehoben wird.
Durch die gezielten elektrischen Impulse wird die normale Ansteuerung der Muskeln übergangen. Beim einer normalen Bewegung werden zunächst Muskeln des Typs A (langsam zuckende) beansprucht, Typ B Muskeln (schnell zuckende) schalten sich erst später bei Bedarf hinzu. Durch die elektrischen Impulse beim EMS-Training werden alle Muskeln gleichermaßen beansprucht, so werden Muskelfasern, die üblicherweise eventuell nie zum Vorschein kommen, erstmals aktiviert.

Hier geht’s zum Erfahrungsbericht von Dany

Erreiche ich, wenn ich mehr als 1x pro Woche gehe, schneller meine Fitnessziele?

Da das EMS- Training die Muskeln anders beansprucht als gewöhnliches Training braucht der Körper auch eine längere Erholungsphase. 

Studien haben ergeben, dass die Kreatinkinase-Werte nach dem Training mit Reizstrom rund 40% höher sind, als beim normalem Training.

Dieses Enzym muss anschließend von den Nieren abgebaut werden, weshalb Experten empfehlen nach dem EMS-Training viel zu trinken. Bei richtiger Anwendung des Stroms, sollten die Werte allerdings nie einen bedenklichen Wert erreichen. Dennoch sollte man nur 1- bis maximal 2-Mal pro Woche an die Steckdose und dann auch nicht länger als 15-20 Minuten.

EMS-Training - Muskeln aus der Steckdose

Werde ich durch EMS-Training zu Arnold Schwarzenegger?

Kurz und knapp: Nein! Durch EMS-Training allein kann man keine Muskelberge aufbauen. Beim EMS-Training arbeitet man nichts im Hypertrophie-, sondern eher im Maximal-Kraft-bereich. Dies gibt den Muskeln zwar eher weniger Masse, dafür aber umso mehr Dichte. Dies kann wiederum beim traditionellen Training hilfreich sein.

Nehme ich denn durch EMS-Training ab?

Allein durch Training kann man seinen Körperfettanteil nicht senken. Um abzunehmen braucht man ein Kaloriendefizit, daher kommt es auf die richtige Ernährung an. Es heißt nicht ohne Grund:

Abs are made in the Kitchen

Der Vorteil des EMS-Trainings ist, dass der Körper auch 48 Stunden nach dem Training weiter nachverbrennt und es so leichter macht das Kaloriendefizit einzuhalten.

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Fazit

EMS-Training sollte nicht als Abkürzung zum Traumkörper, sondern vielmehr als Ergänzung zum normalen Training und einer ausgewogenen Ernährung angesehen werden. Beim EMS-Training lassen sich wunderbar Schwachstellen und Dysbalancen des Körpers identifizieren. Diese sollte man anschließend aber auch im normalen Training und im Alltag beachten. EMS-Training ist ganz klar besser als keinen Sport zu machen, ob es jedoch das normale Fitness oder Cardio Training jemals ersetzen wird ist fraglich.

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